Deutsche Psychotherapeuten zeigen sich schockiert über Datenklau psychotherapeutischer Inhalte in Finnland

Eingetragen am 27. Oktober 2020 von | 0 Kommentare

„Das finnische Daten-Desaster führt uns anschaulich vor Augen, wie angreifbar die Speicherung von Patientendaten auf zentralen Servern ist.“

BildWie die globale Nachrichtenagentur AFP und zahlreiche andere Medien gestern meldeten, entwendeten Unbekannte vertrauliche Behandlungsunterlagen von Zehntausenden von Psychotherapie-Patienten in Finnland. Offensichtlich wurde die private Firma Vastaamo gehackt.

Der Vorsitzende des Deutschen Psychotherapeuten-Netzwerkes (DPNW) Dieter Adler zeigt sich bestürzt: „Zunächst fühlen wir mit unseren Kolleginnen und Kollegen und den Patientinnen und Patienten in Finnland. Wir wissen, wie wichtig das Vertrauensverhältnis und das Datengeheimnis in unserem Beruf ist. Dieses höchste Gut ist nun in Finnland in verbrecherische Hände geraten. Ein absolutes, digitales Desaster.“

Die finnische Polizei enthüllte am Wochenende, dass Hacker auf Aufzeichnungen der privaten Firma Vastaamo, die 25 Therapiezentren in ganz Finnland betreibt, zugegriffen hatten. Berichten zufolge legten tausende Finnen bei der Polizei Beschwerde über den Verstoß ein. Viele verzweifelte Patienten überfluteten Opferbetreuungsdienste. Sie berichteten von E-Mails mit der Aufforderung 200 Euro in Bitcoins zu überweisen, andernfalls würden die Inhalte ihrer therapeutischen Sitzungen öffentlich gemacht.

Dieter Adler meint dazu: „Das finnische Daten-Desaster führt uns anschaulich vor Augen, wie angreifbar die Speicherung von Patientendaten auf zentralen Servern ist. Wir müssen alles dafür tun, dass so etwas nicht passieren kann. Leider geht Gesundheitsminister Jens Spahn aktuell unbeirrt den falschen Weg zur digitalen Patientenakte in der Gesundheits-Cloud weiter – trotz aller Datenschutz-Bedenken und negativen Erfahrungen im Ausland.“

„Die Datenverletzung ist umso schlimmer, trifft sie doch einige der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft – darunter auch Kinder“, so Adler weiter. Im Fokus müsse nun die Hilfe für betroffene Patienteninnen und Patienten stehen, sagte Alder. Denn diesen Schock, der viele im Innersten träfe, müssten alle erstmal verarbeiten.

Dieter Adler appelliert an Jens Spahn und das Gesundheitsministerium: „Stoppen Sie endlich die elektronische Patientenakte in der Gesundheits-Cloud. Wie viele Warnschüsse braucht es noch, um zu erkennen, dass man mit Patientendaten nicht spielen darf. Das Spiel mit dem Feuer muss jetzt ein Ende haben.“

Originalmeldung in „The Guardian“: https://bit.ly/34wBRJW

Über den Verband
Das „Deutsche Psychotherapeuten Netzwerk – Kollegennetzwerk Psychotherapie“ (DPNW) wurde am 02.05.2019 in Bonn gegründet. Es hat rund 1.500 Mitglieder und 12.000 Abonnenten seines Freitags-Newsletters. Damit ist der DPNW drittgrößter Berufsverband im Bereich Psychotherapie. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Dipl.-Psych. Dieter Adler, 2. Vorsitzende: Dipl.-Psych. Claudia Reimer, Kassenwart: Dipl.-Psych. Robert Warzecha. Mehr unter: www.dpnw.de

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Deutsches Psychotherapeuten Netzwerk
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Herr Ulrich Hanfeld
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